Foto beim Felderer aus dem Jahr 2022

Momentan zählt die Musikkapelle Tscherms 49 aktive Mitglieder.

 

Aus der Chronik:

Die Musikkapelle Tscherms wurde ursprünglich aus der bereits bestehenden Freiwilligen Feuerwehr heraus als Feuerwehrkapelle gegründet. Die Initiative dazu ging hauptsächlich vom Tischlermeister Alois Kiem und vom Bäckermeister Josef Wartbichler aus, die beide vorher Mitglieder der Musikkapelle Untermais gewesen waren, bevor sie sich in Tscherms niederließen.
Im Jahre 1909 wurde mit dem Aufbau der Musikkapelle begonnen. Hierbei leistete Anton Mayr, damals Kapellmeister die Hauptarbeit. So konnte dann im Jahre 1910 die Gründungsfeier stattfinden. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurden bald merkliche Fortschritte erzielt, um die  neugegründete Kapelle konnte bei kirchlichen Feiern und bei anderen Anlässen einen gebührenden Beitrag leisten.

Der Ausbruch des ersten Weltkrieges im Jahr 1914 setzte der Tätigkeit der Musikkapelle vorerst ein Ende. Viele Musikanten mußten den Mobilmachungsbefehl Folge leisten und einrücken. Vier Musikanten kehrten aus dem Krieg nicht mehr zurück.
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges mußte die Musikkapelle wieder nahezu neu aufgebaut werden. Zunächst konnte nur eine kleine Dorfmusik, eine sogenannte Böhmische zusammengestellt werden, die aber dann, nach entsprechender Nachwuchsschulung wieder zu einer regelrechten Musikkapelle ergänzt wurde.

 

Im Jahre 1922 übergab Anton Mayr den Taktstock dem Lehrer Niederstätter, der dann bis 1925 als Kapellmeister tätig war. Zwischen 1925 und 1930 kam es fünfmal zu einem Kapellmeisterwechsel, bis dann im Jahres 1931 Hermann Wimmer als Kapellmeister die Leitung der Musikkapelle übernahm. Gerade in jener Zeit wurde der Druck der faschistischen Gewaltherrschaft in Südtirol immer stärker fühlbar, dem schließlich auch die Musikkapelle Tscherms bis in das Jahr 1939, d.h. bis in die Optionszeit hinein, sich vor der Auflösung
zu retten.

 

Damals kam es dann aber zu einem unliebsamen Vorfall mit einem faschistischen Funktionär, worauf von den faschistischen Behörden die Beschlagnahme des Eigentums des Musikkapelle, d.h. der Instrumente und Noten, verfügt wurde. Zum Glück konnte alles noch rechtzeitig an einem sicheren Ort versteckt und so vor der Beschlagnahme gerettet werden. Inzwischen war es zum Ausbruch der Zweiten Weltkrieges gekommen. Wodurch die Tätigkeit der Musikkapelle wiederum auf ein Mindestmaß beschränkt wurde, da nach und nach auch immer mehr Musikanten zu den Waffen gerufen wurden. Trotzdem waren immer Musikanten zur Stelle, wenn es galt, bei Prozessionen zu spielen oder die Heldengedenkfeiern
musikalisch zu umrahmen. Im Zweiten Weltkrieg sind zwei Mitglieder der Musikkapelle Tscherms gefallen.
Nach Kriegsende konnte allmählich wieder mit einer regelmäßigen Tätigkeit begonnen werden. Fehlende Instrumente wurden nach und nach neu angekauft, und auch mit der Nachwuchsschulung wurde wieder zügig begonnen.
Anfang der achtziger Jahre wurde das alte Volksschulgebäude erstmals umgebaut und erweitert. So konnte auch das Probelokal der Musikkapelle vergrößert und neugestaltet werden.
Eine große Errungenschaft bedeutete für die Musikkapelle der neuerbaute Musikpavillon, der gleichzeitig mit dem Freizeitgelände 1992 eingeweiht wurde.

Am Fronleichnamssonntag des Jahres 2001 war ein besonderer Tag für das Vereinsleben der Tschermser Musikkapelle. An diesem Tag wurde das langersehnte Probelokal seiner Bestimmung übergeben.